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31.01.2020 Verabschiedung Anna Maria Kremer

Sie war eine der ersten Geistlichen Begleiterinnen der kfd: das Amt wurde sonst von einem Priester als Präses ausgeübt. Anna Maria Kremer hat für diese Änderung gekämpft. Nun ist sie im Ruhestand.

„Als ich ein Kind war, gab’s noch keine Messdienerinnen“, erzählt Anna Maria Kremer. Die 63-Jährige freut sich im Rückblick über das, was sich in Kirche, Politik und Gesellschaft seitdem geändert hat – und ist auch ein bisschen stolz darauf, dass sie daran mitgewirkt hat: Kremer war
26 Jahre lang Diözesanreferentin der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) und
19 Jahre lang deren Geistliche Begleiterin – eine der ersten bundesweit.
„In der kfd habe ich einen Verband gefunden, der sich für Ziele eingesetzt hat, die ich mir selbst zu eigen gemacht habe. Das war schon eine starke Motivation, hier zu arbeiten“, sagt die Theologin schmunzelnd. Und denkt dabei nicht nur an die Zulassung von Mädchen als Messdienerinnen, sondern unter anderem an die Einführung von Elternzeit und Mütterrente.

Geistliche Begleiterin ist ein Amt, in das sie von den Limburger kfd-Frauen gewählt wurde. Zum ersten Mal im Jahr 1999, jeweils für vier Jahre. „Am meisten hat mich das selbst überrascht“, erzählt die Mutter von zwei Kindern und Oma von vier Enkeln. „Ich habe zwar an der entsprechenden Satzungsänderung der kfd mitgearbeitet, hatte mich aber selbst für dieses Amt gar nicht im Blick.“
Die Wahl der kfd-Frauen und die Ernennung zur Geistlichen Begleiterin durch Bischof Franz Kamphaus „war ein Höhepunkt meiner beruflichen Tätigkeit“, betont Kremer. „Denn so konnte ich die Bildungsarbeit der kfd-Diözesanreferentin mit der Seelsorgetätigkeit der Geistlichen Begleiterin verbinden.“

Um soweit zu kommen, hat Anna Maria Kremer viele Zusatzqualifikationen erworben – unter anderem in Themenzentrierter Interaktion. „Das ist die Befähigung, Gruppen zu leiten, mit Gruppen zu arbeiten und eine richtig gute Grundlage für Teamarbeit“, erklärt Anna Maria Kremer. Eine Ausbildung, die ihr so manches Mal zu Gute kam.

„Gehen Sie hin zu den Leuten!“ Diesen Rat des früheren Limburger Dompfarrers Norbert Lixenfeld hat Anna Maria Kremer umgesetzt. „Ich bin zu den Pfarrgruppen der kfd gefahren, statt in Limburg an meinem Schreibtisch zu sitzen und zu warten, dass die Frauen zu mir kommen.“ Dadurch sind viele Kontakte entstanden, die bis heute halten. „Ein schöner Erfolg war für mich, wenn Frauen mich als Referentin in ihre Pfarrgruppe holen wollten. Das Thema, zu dem ich sprechen sollte war eher zweitrangig: ,Hauptsache, Sie kommen‘, hieß es meist.“

Jetzt freut sich Anna Maria Kremer auf ihren Ruhestand. Auf die frei verfügbare Zeit für die Familie. Auf die Bücher, die sie alle noch lesen will. Auf die Reisen, die sie gerne noch unternehmen möchte. Auf die Kinder, denen sie Klavierunterricht geben wird. Was wünscht sie der Kirche? „Dezernentinnen und Professorinnen gibt es ja inzwischen“, sinniert sie, „da hat sich was getan. Das darf aber nicht der Schluss sein. Es ist immer noch nicht möglich, dass Frauen Diakoninnen oder Priesterinnen werden dürfen. Daher wünsche ich nicht nur, sondern fordere mit der kfd, dass Frauen alle Dienste und Ämter in der Kirche offenstehen.“

» Thema zweitrangig – ‚Hauptsache Sie kommen‘. «

Anna Maria Kremer



Bericht von Heike Kaiser
Der Sonntag, 9. Februar 2020

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