kfd Diözesanverband Limburg
kfd Limburg

News

05.05.2019 Impressionen vom romantischen Konzert am Sonntag



Zwei Kommentare aus dem Publikum:

Hallo liebe kfd-damen, chapeau und danke für das wunderbare
konzerterlebnis!!!! Genuss pur!

Ich möchte mich sehr herzlich bei Ihnen für die wunderbare Veranstaltung heute im Priesterseminar bedanken! Auswahl und Darbietung der musikalischen Werke und der Texte haben mich sehr berührt. Nochmals vielen Dank für Ihre Mühe. Da war rundum alles gelungen.



Poesie und Musik zum Jubiläum

Katholische Frauengemeinschaft feiert 90. Geburtstag
Limburg

Von Andreas E. Müller

„Wir wollten zu unserem 90-jährigen Jubiläum keine großen Festreden, sondern haben uns und den Frauen einen Nachmittag voller schöner Musik und Dichtung geschenkt“, sagte Anna Maria Kremer, Diözesanreferentin beim Bischöflichen Ordinariat zu der Motivation für einen romantischen Sommernachmittag. Eine der Aufgaben der KFD sei es, auf großartige Frauen aufmerksam zu machen, Talente zu entdecken und zu fördern, sagte sie. Vor drei Jahren hatte sie ein Konzert der drei Musikerinnen Katrin Ebert (Violine), Uta Kempkes (Violoncello) und Monika Vetter (Klavier), garniert mit literarischen Texten, vorgetragen von Lisa Straßberg gehört und war so begeistert, dass sie diese vier Frauen nun zu dieser Jubiläumsveranstaltung eingeladen hat. Und was liegt bei einer Veranstaltung von Frauen für Frauen näher, als Musik und Literatur von Komponistinnen und Dichterinnen zu präsentieren. Eine vorzügliche Idee, wie so manche Besucherin bereits in der Pause bestätigte. Mit den beiden Komponistinnen Clara Schumann und Fanny Hensel wurden zwei Frauen vorgestellt, deren Namen sicher schon alle einmal gehört haben, aber Kompositionen von ihnen? Die Musikerinnen hatten jeweils ein Klaviertrio ausgewählt, das in g-moll op. 17 von Clara Schumann (1819-1896) und das in d-moll op. 11 von Fanny Hensel (1805-1847). Passend zum Motto des Konzertes „Was das Leben schöner macht – Begegnungen mit Bildern, Büchern und Musik“, trug Lisa Straßberg zwischen den einzelnen Sätzen sehr lebendig Texte von Bettine Brentano, Annette von Droste-Hülsoff und Karoline von Günderrode vor. „Ich habe mich richtig in diese Zeit hineinversetzt gefühlt“, schwärmte Anna Maria Kremer nach dem Konzert. Als Aufforderung für das Gehörte diente das Zitat von Karoline von Günderrode „Nichts soll meine Schritte fesseln“.

Es ging also um Frauen, die sich nicht damit abfinden wollten, dass Poesie und Musik allein Männerdomänen waren, die sich dagegen auflehnten, dass Frauen in dieser Epoche lediglich für Haus, Hof, Ehemann und Familie zuständig waren. Straßberg trug vor, dass es durchaus viele gebildete Frauen gab, die lesen und schreiben konnten und auch gerne Musik hörten. Sie wollten mit ihren Ansichten und ihren Kunstwerken ebenso an die Öffentlichkeit wie die Männer. Clara Schumann wurde durchaus von ihrem Vater Friedrich Wiek gefördert, aber er war entschieden gegen eine Ehe mit dem finanziell nicht gut situierten Robert Schumann. Fanny Hensel stand im Schatten ihres Bruders Felix Mendelssohn Bartholdy, der gegen eine Drucklegung der Werke seiner Schwester war. Die drei gut aufeinander eingespielten Musikerinnen spielten die Werke der beiden Komponistinnen mit viel Ausdruck und Gefühl, wobei das Klaviertrio von Fanny Hensel musikalisch klar das abwechslungsreichere war. Gleich im ersten Satz „Allegro molto vivace“ wirkt das Stück dramatisch und zerrissen, so als ob sie sich gegen die Vorherrschaft ihres Bruders auflehnen wollte. Vetter hat hier irrwitzige Klavierläufe zu bewältigen. Themen werden zwischen den Instrumenten hin und her gespielt und vor allem dem Cello kommt immer wieder eine singende Rolle zu. Straßberg erzählt in einem Text von Bettine Brentano, dass deren Seele eine leidenschaftliche Tänzerin sei, die sich nicht zügeln lassen, sondern auf das vertrauen möchte, was in ihr jubelt. In einem anderen Text beschreibt Brentano eine abendliche romantische Schifffahrt auf dem Rhein. Beeindruckend, mit welch schönen Worten und Bildern sie das darstellt. Karoline von Günderrode erzählt, wie ein nächtlicher Kuss ihr Leben eingehaucht hat und fordert einen Trauernden dazu auf, das verstorbene Mädchen zu vergessen, stattdessen zum Tanz zu gehen, dem schweren Leid zu entsagen und sich über die Wolken zu schwingen. Mit solcher Einstellung lässt sich Leid sicher leichter ertragen.


Das Publikum lauscht mucksmäuschenstill und aufmerksam, so gefesselt vom Vortrag sind alle und spenden am Ende des Programms langanhaltenden Beifall.

zurück

kfd Diözesanverband Limburg | Graupfortstr. 5 | 65549 Limburg | Tel. 06431 997406 | Fax. 06431 997422 | E-Mail: